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DRK-Landesverband Oldenburg e.V. gratuliert Delmenhorster JRK-Gründer zum 100. Geburtstag

Heute, am 14. August 2021, feiert Herr Horst Redetzky, der in Berlin lebende Autor und ehemalige Rektor der Delmenhorster Grundschule Bungerhof, seinen 100. Geburtstag. Der DRK-Landesverband Oldenburg e.V. gratuliert dem ehemaligen JRK-Leiter, Rotkreuzbeauftragten und dem heutigen Ehrenmitglied des DRK Kreisverbandes Delmenhorst e.V. mit einem kreativen Fotogruß aus der Landesgeschäftsstelle in Oldenburg-Etzhorn und möchte anlässlich dieses besonderen Geburtstages an seine langjährigen Verdienste in der Rotkreuzgemeinschaft erinnern.

 

 

Herr Redetzkys Wirken im DRK begann im Jahre 1957. Als ehemaliger Wehrmachtssoldat aus Ostpreußen hatte er die Wirren des II. Weltkrieges, Verwundungen und russische Gefangenschaft erlebt bzw. überlebt, und konnte 1949 in die Heimat zurückkehren. Er studierte Pädagogik und unterrichtete anschließend als Lehrer an der Parkschule in Delmenhorst, später wurde er Rektor der Grundschule Bungerhof. 1957 tritt er dem örtlichen Deutschen Roten Kreuz bei und gründete im selben Jahr das dortige Jugendrotkreuz. Ihm „gefallen der Rotkreuzgedanke und die damaligen 5 Grundsätze des JRKs: der Dienst am Nächsten, an der Gesundheit, an der Völkerverständigung, die Arbeit für den Frieden und die Erste Hilfe“. Zu den ersten Gründungsmitgliedern zählten u. a. Meike Müller und Bärbel Wintermann (beide geb. Behrens). Erstere ist die heutige Vizepräsidentin des DRK-Landesverbandes Oldenburg e.V.  In einer Korrespondenz an sie schreibt er kürzlich „Ich hatte einen guten Grund: Nie wieder Krieg!“

So engagierte Horst Redetzky sich als JRK-Leiter in den darauffolgenden Jahren bis 1965 mit den Jugendlichen in unterschiedlichen Projekten und immer vor dem Hintergrund des Rotkreuzgedankens. Zu seinen und den Aktivitäten seiner JRK-Gruppen zählten u. a. die sogenannten „Sonntagsdienste“ im Altenheim (es wurde in der Küche geholfen oder den Bewohner:innen vorgelesen), die Organisation von gemeinsamen Fahrten z.B. ins ehemalige Konzentrationslager Bergen-Belsen, die Teilnahme an JRK-Wettbewerben auf Landes- und auf internationaler Ebene (hier lösen Rotkreuzler:innen spielerisch Aufgaben in den Bereichen Erste-Hilfe, Rotkreuz-Wissen, Soziales, Sport und Spiel), die Durchführung von Hilfsgüter-Sammlungen bei humanitären Katastrophen (z.B. Medikamente für Ägypten, Sanitärartikel für Tunesien, Schreibbedarf und Fußbälle für eine Schulklasse in Südafrika).

An den Schulen in Delmenhorst wirbt er für den humanitären Gedanken und bildet 30 Lehrer:innen und die Schüler:innen der 8. Jahrgangstufe in „Sofortmaßnahmen am Unfallort“ aus. Diese in Erster Hilfe geschulten Lehrkräfte und Schüler:innen konnten die Klassen bei Aufenthalten in Schullandheimen, auf Wanderungen und in den Schulpausen im Falle eines Unfalls sanitätsdienstlich versorgen. Gemeinsam mit anderen Schulen organisierte er während dieser Zeit auch einen gemeinsamen Sternmarsch zur Delmenhorster Graft, einem Naherholungsgebiet im Herzen der Stadt, und warb auch hier für die Rotkreuzgemeinschaft und besonders für das JRK.

1964 wurde Horst Redetzky das Amt des Rotkreuz-Beauftragten (RKB) des DRK Kreisverbandes Delmenhorst e.V. übertragen, und er wurde zudem Mitglied im Katastrophenschutz. Somit verantwortlich für sämtliche DRK-Einsätze war er in den Folgejahren in mehrere historische Katastrophenfälle eingebunden, so 1966 in die Bergungsarbeiten des verheerenden Absturzes der Lufthansa-Maschine L005 am Bremer Flughafen, in die Organisation von Suchdiensten, Feldküchen, Zelten und Sanitätswagen für Einsätze während des Kalten Krieges, bei Hochwasserkatastrophen, sowie der Schneekatastrophe 1978/1979, die ganz Norddeutschland in einen Ausnahmezustand versetzte. Der RKB regelte im Ernstfall den Einsatz aller Krankentransporte und plante und führte zu Trainingszwecken einmal jährlich große Schadensfall-Übungen durch (auch für die Einsatzkräfte von THW, Feuerwehr und aller Sanitätsverbände).

1982 gründete er in Delmenhorst den DRK-Seniorenclub, der bis heute existiert und in dem vorwiegend die Großeltern-Generation der Bungerhofer Schüler:innen aktiv waren und sind.

1996 erschien sein Buch „Offizierslager 7150 Grjasowez: Fünf Jahre Haft in der 'Perle' unter den russischen Kriegsgefangenenlagern“, in dem er seine Erlebnisse während der sowjetischen Gefangenschaft in der Zeit von 1944-1949 schildert und verarbeitet.

Seit März 2016 lebt Horst Redetzky im „Haus Birkenhof“ in Berlin-Zehlendorf. Er schreibt ein weiteres Buch, dass 2017 unter dem Titel „Ich war weder ein Held noch ein Verbrecher“ im Frieling-Verlag erscheint, und das seine Zeit als Soldat der Wehrmacht von 1940-1944 beleuchtet.

Horst Redetzky wurde mit dem Ehrenzeichen des DRK für seine Verdienste um das Deutsche Rote Kreuz ausgezeichnet.

„Lieber Herr Redetzky, zu Ihrem 100. Geburtstag gratuliert Ihnen der DRK Landesverband Oldenburg e.V. sehr herzlich, und lässt Ihnen durch das Jugendrotkreuz einen kleinen Fotogruß zukommen“, so Meike Müller, Vizepräsidentin des DRK-Landesverband Oldenburg e.V. „Wir wünschen Ihnen alles Gute zu diesem besonderen Ehrentag“.