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Erfolgreiches 1. Oldenburger Symposium für Psychosoziale Notfallversorgung (PSNV)

Karin Evers-Meyer, Präsidentin des DRK Landesverbandes Oldenburg, begrüßte am Samstagmorgen mehr als 180 Gäste zum ersten PSNV-Symposium im Alten Landtag in Oldenburg. Mit dieser Anzahl an Gästen war die Veranstaltung mehr als ausgebucht.

Psychosoziale Notfallversorgung

 

Die Schirmherrschaft für die eintägige Fachtagung hatte der Oldenburger Polizeipräsident, Johann Kühme, übernommen. Er sei „sehr froh darüber, dass diese Veranstaltung jetzt auch für Oldenburg ins Leben gerufen wurde. Das Interesse und der Bedarf an einer PSNV steigt stetig.“ Die angereisten Teilnehmer, bestehend aus Fach- und Führungskräften sowie Multiplikatoren und Interessierten, trafen sich erstmals in Oldenburg, um die Rolle und fortschreitende Bedeutung der Psychosozialen Notfallversorgung in Deutschland in und nach Notfalleinsätzen in den Blick zu nehmen. Unter der Überschrift „Aus der Praxis – für die Praxis“ gaben Fachreferenten aus unterschiedlichen Bereichen einen fundierten Einblick in Methoden und neue Entwicklungsbereiche der PSNV.

Als Impulsrednerin war Frau Dr. Jutta Helmerichs, Leiterin der Koordinierungsstelle NOAH (Nachsorge, Opfer- und Angehörigen-Hilfe) geladen. Sie sprach über die Entwicklung und Qualitätssicherung innerhalb der PSNV und plädierte für eine noch stärkere Vernetzung untereinander unter Einbeziehung der neuen Medien. Im Rahmen der aktuellen Lageentwicklungen ging sie auf die Besonderheiten des Schwerpunktthemas „Terroranschläge“ ein.

Ein wichtiges und sensibles Thema des Symposiums war auch die „PSNV von Kindern und Jugendlichen“.  Prof. Dr. Christoph Kröger, Leiter der Hochschulambulanz für Forschung und Lehre der Universität Hildesheim, informierte über die „Psychologische Begleitung von Kindern und Jugendlichen in der Akutsituation“. Er gab beispielhafte und anschauliche Hinweise zur Unterstützung von Schulkindern nach traumatischen Ereignissen und schilderte die sogenannten „fünf Prinzipien der Psychologischen Ersten Hilfe“ als Orientierungshilfe für jede Intervention.

Der Beitrag von Justus Münster stellte ein weiteres Highlight der Fachtagung dar. Der Pfarrer und Leitende Notfallseelsorger aus Berlin zeichnete den PSNV-Einsatz beim Anschlag auf den Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz nach. „Aus diesen Erfahrungsberichten können wir einiges lernen“, sagte dazu Heinz Dierker, Landesfachberater und Koordinator PSNV im DRK Landesverband Oldenburg. In weiteren praxisnahen Beiträgen wurde das Aufgabenfeld der PSNV aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. Die Teilnehmer hatten die Möglichkeit, ihr eigenes Fachwissen zu erweitern und können die erlangten Erkenntnisse mit in ihre Organisationen hineintragen.

Neben einem Erfahrungsaustausch ging es auch darum, neue Wege der Vernetzung zu finden, um eine schnelle und koordinierte Hilfe für den Einsatzfall in der Region Oldenburg weiter auszubauen. Für eine möglichst große und flächendeckende Vernetzung wird auch eine Kooperation mit kirchlichen Einrichtungen und anderen Organisationen und Institutionen, die in der PSNV tätig sind, angestrebt.

Das Symposium versteht sich als Update und Impulsveranstaltung für weitere Fachtagungen. „Wir sind mit dem Ablauf und der Resonanz zu dieser 1. PSNV-Fachtagung in Oldenburg äußerst zufrieden. “, résumiert Bernd Schmitz, Geschäftsführer des DRK Landesverbandes Oldenburg e.V. Dem ersten Symposium in Oldenburg soll ein zweites folgen. Die PSNV gewinnt in der Öffentlichkeit zunehmend an Aufmerksamkeit und Bedeutung. „Wir merken, wir werden gebraucht. Deshalb werden wir uns weiter intensiv mit der strukturellen Einbindung der PSNV beschäftigen.“, so Schmitz. „Um die Qualitätsstandards erhalten und noch verbessern zu können, werden kontinuierlich Fort- und Weiterbildungen durchgeführt.“, erklärt Heinz Dierker, Landesfachberater und Koordinator PSNV im DRK Landesverband Oldenburg. „Zur Finanzierung unserer Schulungen sind wir auf Spenden aus der Bevölkerung angewiesen. Wer unsere Arbeit unterstützen möchte, kann dies mit einer Geldspende tun, z. B. über eine DRK-Fördermitgliedschaft, oder auch durch eine Zeitspende: Wir suchen immer wieder ehrenamtliche Helfer in der PSNV, die sich vorstellen können, andere in einer Notfallsituation zu begleiten“, äußert Dierker.

Bei Interesse an einer Spende oder an einer Fördermitgliedschaft melden Sie sich bitte unter der Tel. 0441 – 921 79-29. Wer sich ehrenamtlich im DRK in der PSNV engagieren möchte, erhält nähere Informationen unter der 

neuen PSNV-Rufnummer: 0441 – 800 54 800.

 

Welche Anforderungen sollten Interessierte mitbringen?

Zu den Hauptaufgaben eines ehrenamtlichen PSNV-Mitarbeiters (m/w/d) im DRK gehört es, „einfach da“ zu sein und zuzuhören. Man sollte eine ausgeprägte Sozialkompetenz und hohe Fähigkeit zur Empathie mitbringen, zudem psychisch stabil und physisch belastbar sein. Ziel ist, eine gesunde Verarbeitung der Ereignisse beim Betroffenen herzustellen. Dazu ist es auch notwendig, dass der ehrenamtliche Helfer ein Maß an Selbstreflexionsvermögen besitzt und seine eigenen Grenzen erkennt.