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PSNV: Die Erste Hilfe für die Seele wird immer wichtiger

Kompetenzen in der Psychosozialen Notfallversorgung werden von immer mehr Einsatzkräften nachgefragt. Das PSNV-Team des DRK bildet aus und unterstützt in seelischen Notlagen.

Psychosoziale Notfallversorgung

Die Bedeutung der „Ersten Hilfe für die Seele“ wird heute immer präsenter in den Köpfen. Notfallsituationen stellen eine erhebliche psychische Belastung dar, ein schwerer Unfall oder ein plötzlicher Todesfall – ohne Vorwarnung werden Menschen aus ihrem Alltag gerissen und mit belastenden Erlebnissen konfrontiert. Jedoch belasten diese Situationen nicht nur die direkt Betroffenen und ihre Angehörigen, sondern auch die ehrenamtlichen und hauptberuflichen Einsatzkräfte. Sie werden oft mit Situationen konfrontiert, die psychisch nur schwer erträglich sind. Die Psychosoziale Notfallversorgung (PSNV) verfolgt das Ziel, beide Gruppen, sowohl Betroffene als auch Einsatzkräfte, im Umgang mit diesen schwierigen Situationen zu unterstützen.

Für die Betroffenen möchte man vor allem Akuthilfe leisten. Es geht darum, zu begleiten und zu betreuen, oft einfach nur „da-zu-sein“ und die Betroffenen nicht in der Situation allein zulassen. Das Kriseninterventionsteam, die Notfallseelsorgerin oder der Notfallbegleiter ist für Betroffene da und hilft im ersten Umgang mit der Notlage, aktiviert das soziale Netzwerk der Betroffenen und organisiert bei Bedarf weiterführende Hilfen.

Auf der anderen Seite geht es auch darum, dass die Einsatzkräfte selbst psychosoziale Unterstützung erfahren. Ziel ist es, sie schon vor dem Einsatz auf den Umgang mit seelischen und körperlichen Belastungen vorzubereiten. Während des Einsatzes sollen sie dann bei Bedarf unterstützt werden und im Anschluss das Angebot einer Einsatznachsorge erhalten. Wichtig ist es, mehr Einsatzkräfte auf dem Gebiet der PSNV zu schulen, damit sich Kolleginnen und Kollegen gegenseitig und kompetent seelisch unterstützen können.

Ansprechpartner

Tim Völker
Marketing und Kommunikation

Tel: 0441 / 9 21 79-31
tim-christopher.voelker(at)lv-oldenburg.drk.de

Vorreiter auf dem Gebiet ist die Psychosoziale Notfallversorgung des DRK Kreisverbandes Cloppenburg, die in Kooperation mit der katholischen und evangelisch-lutherischen Kirche die Krisenintervention (KIT) und Notfallseelsorge (NFS) im Landkreis Cloppenburg leistet. Unter Leitung von Heinz Dierker, dem Landesfachberater und Koordinator PSNV für die DRK Landesverbände Oldenburg und Niedersachsen, ist eines ihrer zentralen Anliegen die Ausbildung und Vermittlung von Kompetenzen im Bereich der Psychosozialen Notfallversorgung.

Schulung im Kreisfeuerwehrverband Friesland

Im August fand ein Grundlagenlehrgang für die Feuerwehr in Jever statt. In der ortsansässigen Feuerwehrtechnischen Zentrale (FTZ) haben zwanzig Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr aus dem Landkreis Friesland an der Schulung teilgenommen. Sie haben unter anderem gelernt, wie man Kameradinnen und Kameraden sowie den Betroffenen eines Notfalls zur Seite stehen kann, bis Kräfte der Notfallseelsorge vor Ort sind.

Ausbilderin Katharina Grundau und Heinz Dierker haben das Basisseminar zusammen gestaltet und den Feuerwehrleuten an zwei Samstagen alle grundlegenden Kompetenzen zur Mitarbeit in der PSNV vermittelt. Es wurden theoretische und praktische Grundlagen der psychosozialen Unterstützung vermittelt und die Teilnehmenden in der Einschätzung ihrer Aufgaben sensibilisiert. Auch das Erkennen eigener Belastungen und der fachgerechte Umgang mit ihnen gehörte zu den Themen der Schulung. Die Selbsteinschätzung ist eine unabdingbare Kompetenz, um andere im Umgang mit belastenden Ereignissen unterstützen zu können. So werden die Feuerwehrleute, die am Lehrgang teilgenommen haben, mehr und mehr zu Einsatzkräften im doppelten Sinn, die sowohl bei Brandeinsätzen als auch bei seelischen Notständen angemessen handeln und helfen können.

Die Kreisfeuerwehr Friesland ist damit, neben der der Kreisfeuerwehr Cloppenburg, führend im Bereich der Psychosozialen Notfallversorgung. (Vor der Schulung durch das DRK, hat man sich dort bereits in Eigenregie mit dem Themenfeld beschäftigt.) Aber die Aufmerksamkeit für das Themenfeld PSNV steigt insgesamt. So fand am 1. September das 1. Oldenburger Symposium für Psychologische Notfallversorgung im Alten Landtag in Oldenburg statt, das mit mehr als 180 Gästen mehr als gut besucht war. Unter der Überschrift „Aus der Praxis – für die Praxis“ wurden Entwicklungen der PSNV diskutiert, Erfahrungen ausgetauscht und Methoden der PSNV vorgestellt.

Psychosoziale Notfallversorgung

Darüber hinaus hat das DRK eine zentrale PSNV-Rufnummer eingerichtet. Unter 0441 800 54 800 werden Hilfeersuchen entgegen genommen, Auskünfte erteilt, Betroffene an PSNV-Mitarbeiter weitergeleitet und der Einsatz von PSNV-Kräften koordiniert. Unter der PSNV-Rufnummer können und sollen alle Fragen rund um das Thema PSNV gestellt werden!

Zur Verbreitung von Kompetenzen in der „Ersten Hilfe für die Seele“ bietet das DRK regelmäßig Schulungen zur Psychosozialen Notfallversorgung an. Neben dem Basisseminar kann man sich beispielsweise zum Kriseninterventionshelfer oder Psychosozialen Ansprechpartner qualifizieren. Speziell für Einsatzkräfte werden zwei Qualifikationen zum Kollegialen Ansprechpartner angeboten. Weitere Informationen finden sie HIER.

Mit Ihrem Mitgliedsbeitrag unterstützen Sie unsere Arbeit und ermöglichen das Engagement freiwilliger Helferinnen und Helfer. Gleichzeitig profitieren Sie von unseren attraktiven Mitgliederleistungen.

Heinz Dierker - Landesfachberater und Koordinator PSNV

Wenn Sie die Arbeit der Psychosozialen Notfallversorgung unterstützen, im PSNV-Team mitarbeiten oder sich im Bereich PSNV weiterbilden möchten, melden Sie sich unter der PSNV-Rufnummer 0441 800 54 800. „Wir suchen immer wieder ehrenamtliche Helfer in der PSNV, die sich vorstellen können, andere in einer Notfallsituation zu begleiten“, erläutert Heinz Dierker. Auch Spenden sind herzlich willkommen und helfen dabei, die Arbeit des PSNV-Teams und Schulungen für die ehrenamtlichen Helfer zu finanzieren.

Wer die Arbeit des Deutschen Roten Kreuzes insgesamt fördern oder unterstützen möchte, kann dies mit einer Fördermitgliedschaft tun. Sie unterstützen die Arbeit in Ihrem DRK Kreisverband und profitieren gleichzeitig von unseren neuen, attraktiven Mitgliederleistungen, der Rückholversicherung „Ausland Plus“ und der „Medical Hotline“. Egal ob Urlaub oder Auslandssemester, das Rote Kreuz ist auf der ganzen Welt für Sie da.

Weitere Informationen zur Fördermitgliedschaft im DRK Landesverband Oldenburg e.V. finden Sie HIER.

Direkt für die Unterstützung der Psychosozialen Notfallversorgung spenden können Sie unter:

Spendenkonto

DRK Landesverband Oldenburg e.V.

Landessparkasse zu Oldenburg (LzO)

IBAN: DE64 2805 0100 0000 4460 70

Verwendungszweck: Spende PSNV

 

Tim Völker

Redaktion / DRK Landesverband Oldenburg e.V.