· Pressemitteilung

4. Oldenburger PSNV-Symposium: Fachlicher Austausch und neue Impulse für die psychosoziale Notfallversorgung

Daniela Florina-Udrea, Geschäftsführerin des DRK-Landesverbandes Oldenburg e.V., begrüßte die Teilnehmenden.
Neidhard Varnhorn, Bürgermeister der Stadt Cloppenburg und Schirmherr des Symposiums, eröffnete mit einem Grußwort das 4. Oldenburger Symposium für Psychosoziale Notfallversorgung.
Den Auftakt der Fachvorträge bildete Heinz Dierker, Koordinator und Fachberater beim DRK-Landesverband Oldenburg e.V.
Der DRK-Landesverband Oldenburg e.V. dankt allen Referierenden für ihren engagierten Beitrag zum 4. Oldenburger PSNV-Symposium. Vlnr: Lars Cohrs, Reinholdt Erdt, Christoph Gerken, Marten Mönning, Alexandra Kossowski, Justus Münster, Doris Christians, Marc Overhagen, Heinz Dierker.

Wie wichtig eine professionelle psychosoziale Notfallversorgung (PSNV) für Betroffene und Einsatzkräfte ist, wurde beim 4. Oldenburger Symposium für Psychosoziale Notfallversorgung deutlich. Der DRK-Landesverband Oldenburg e.V. hatte am Samstag Fach- und Führungskräfte sowie weitere Interessierte aus dem Bereich der PSNV in die Stadthalle Cloppenburg eingeladen. Im Mittelpunkt standen aktuelle Entwicklungen, praktische Erfahrungen und die Frage, wie die PSNV für zukünftige Einsatzlagen weiter gestärkt und gut aufgestellt werden kann.

Nach der Eröffnung durch den Schirmherrn des Symposiums, Neidhard Varnhorn, Bürgermeister der Stadt Cloppenburg, und dem Grußwort von Daniela Florina-Udrea, Geschäftsführerin des DRK-Landesverbandes Oldenburg e.V., erwartete die Teilnehmenden ein abwechslungsreiches Fachprogramm mit Vorträgen aus unterschiedlichen Bereichen der psychosozialen Notfallversorgung.

Den Auftakt bildete Heinz Dierker, Koordinator und Fachberater beim DRK-Landesverband Oldenburg e.V. Er stellte die Bedeutung von Zusammenarbeit und Vernetzung in der PSNV heraus. Gerade bei komplexen Einsatzlagen sei ein abgestimmtes Vorgehen verschiedener Organisationen und Fachbereiche von zentraler Bedeutung. „PSNV kann nur dann wirksam sein, wenn die beteiligten Akteure gut miteinander vernetzt sind, ihre Aufgaben kennen und im Einsatzfall verlässlich zusammenarbeiten“, so Dierker.

Anschließend gab Christoph Gerken, Mitglied des PSNV-Landesbeirats Niedersachsen, Einblicke in die Entwicklung der PSNV in Niedersachsen. Ein besonderer Fokus lag auf dem aktuellen Gesetzentwurf für ein Niedersächsisches Gesetz über die Psychosoziale Notfallversorgung. Der Gesetzentwurf wurde im September 2026 in den Niedersächsischen Landtag eingebracht und erstmals beraten. Er sieht unter anderem Regelungen zu Strukturen und Zuständigkeiten der PSNV, zur Aus-, Fort- und Weiterbildung sowie zur Qualitätssicherung vor. Auch die Aufgaben des Landesbeirats PSNV und einer Landeszentralstelle sollen darin geregelt werden. Damit rückte die strukturelle Weiterentwicklung der psychosozialen Notfallversorgung in Niedersachsen in den Mittelpunkt.

Mit Marc Overhagen vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) richtete sich der Blick anschließend auf die Rolle der PSNV im Zivilschutz. Die zunehmende Bedeutung psychosozialer Unterstützung im Bevölkerungsschutz macht deutlich, dass die PSNV bereits bei der Vorbereitung auf unterschiedliche Krisen- und Schadenslagen mitgedacht werden muss.

Nach der Mittagspause setzte Reinhold Erdt vom DRK-Generalsekretariat mit seinem Vortrag zum Mobilen Betreuungsmodul 5000 (MBM 5000) einen weiteren Schwerpunkt. Im Fokus standen Strukturen und Möglichkeiten der Betreuung in größeren und länger andauernden Einsatzlagen.

Ein besonderes Augenmerk lag anschließend auf der Einsatznachsorge. Justus Münster, Landesbeauftragter für PSNV in Berlin und Vorsitzender der länderübergreifenden Facharbeitsgruppe PSNV (LüFAG PSNV), sprach zum Thema „Sicherheit durch Struktur: Auf dem Weg zu starken Standards in der Einsatznachsorge“. Damit griff er eine zentrale Frage für die Arbeit mit Einsatzkräften auf: Wie können verlässliche Strukturen geschaffen werden, die nach belastenden Einsätzen Orientierung und Unterstützung bieten?

Henning Wolff vom Gemeinde-Unfallversicherungsverband (GUV) ergänzte das Programm um den Aspekt des Versicherungsschutzes für Ersthelfende. Anschließend richtete sich der Blick auf aktuelle und zukünftige Einsatzlagen. Alexandra Kossowski vom DRK-Generalsekretariat beleuchtete die PSNV im Kontext zivil-militärischer Beziehungen. Den Abschluss bildete der Vortrag von Marten Mönning vom Niedersächsischen Landesamt für Brand- und Katastrophenschutz zur PSNV-Führungsausbildung in Niedersachsen für Leiter und Fachberater.

Das Symposium machte einmal mehr deutlich: Psychosoziale Notfallversorgung lebt von der engen Zusammenarbeit vieler Akteure. Rettungsdienste, Feuerwehren, Katastrophenschutz, Hilfsorganisationen, Behörden und Fachkräfte der PSNV müssen im Einsatzfall ineinandergreifen. Der fachübergreifende Austausch und eine gute Vernetzung schaffen dafür wichtige Voraussetzungen.

Gerade vor dem Hintergrund der geplanten gesetzlichen Neuregelung wird deutlich, wie wichtig klare Strukturen, definierte Zuständigkeiten und eine gute Zusammenarbeit der beteiligten Akteure für eine verlässliche psychosoziale Notfallversorgung sind.

Als zentrale Botschaft des Symposiums lässt sich zusammenfassen: Eine starke PSNV braucht fachliche Kompetenz, klare Strukturen und vor allem Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und füreinander da zu sein.

Der DRK-Landesverband Oldenburg e.V. dankt allen Referierenden, Mitwirkenden und Teilnehmenden für ihren engagierten Beitrag zum 4. Oldenburger PSNV-Symposium sowie für den konstruktiven fachlichen Austausch in Cloppenburg.

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