Sieben Einsatzkräfte aus den DRK-Kreisverbänden Cloppenburg, Oldenburg-Stadt und Vechta haben am 11. Oktober 2026 erfolgreich ihre Ausbildung zur Führungsstufe A (Gruppenführer) abgeschlossen. Der Lehrgang wurde vom 12. September bis zum 11. Oktober 2026 an drei Ausbildungswochenenden am DRK-Bildungszentrum Oldenburg in Ganderkesee (Bookholzberg) durchgeführt. Alle sieben Teilnehmenden bestanden die abschließenden Prüfungen und sind damit für ihre verantwortungsvolle Führungsaufgabe im Zivil- und Katastrophenschutz qualifiziert.
Umfassende Vorbereitung auf die Führungsaufgabe
Die Führung einer Gruppe im Einsatz erfordert weit mehr als fachliches Wissen. Gruppenführer müssen komplexe Situationen beurteilen, Entscheidungen treffen, Aufträge verständlich vermitteln und ihre Einsatzkräfte auch unter schwierigen Bedingungen sicher und zielgerichtet führen. Gleichzeitig tragen sie Verantwortung für die Sicherheit ihrer Helferinnen und Helfer sowie für die Erfüllung des Einsatzauftrags.
Auf diese Anforderungen bereitete das Lehrkräfte-Team des DRK-Landesverbandes Oldenburg die Teilnehmenden mit einem vielseitigen Ausbildungsprogramm vor. Die Grundlage bildeten die Führungslehre nach der Dienstvorschrift 100 (DV 100) und die Rechtsgrundlagen der nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr. Ergänzend beschäftigten sich die angehenden Gruppenführer mit Führungsverhalten, dem Führen unter Stress sowie der Bedeutung einer einheitlichen Sprache und gemeinsamer Begriffe im Bevölkerungsschutz.
Weitere Ausbildungsinhalte umfassten die Einsatzvorbereitung und Einsatznachbereitung, Grundlagen des Kfz-Marsches, taktische Zeichen im Bevölkerungsschutz sowie die taktischen Einheiten des Katastrophenschutzes Niedersachsen und deren Aufgaben.
Auch besondere Einsatzlagen fanden Berücksichtigung. Die Teilnehmenden setzten sich mit den Herausforderungen bei Terror- und Amoklagen sowie bei Einsätzen mit chemischen, biologischen, radiologischen und nuklearen Gefahren (CBRN) auseinander. Darüber hinaus wurden die Zusammenarbeit und gegenseitige Unterstützung der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS), die Aufgaben von Bereitstellungsräumen und Rettungsmittelhalteplätzen sowie die Abläufe am Behandlungsplatz behandelt.
Abgerundet wurde die Ausbildung durch Themen wie Unfallverhütung, Arbeitssicherheit, Versicherungsschutz, die Besonderheiten des Zivilschutzes und die Rolle des Deutschen Roten Kreuzes als nationale Rotkreuzgesellschaft.
Theorie und Praxis miteinander verbinden
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf dem taktischen Denken und Handeln. Im Taktiktraining lernten die Teilnehmenden, Einsatzsituationen strukturiert zu analysieren, Handlungsoptionen abzuwägen und ihre Entscheidungen nachvollziehbar zu begründen. Im anschließenden Praxistraining stand die konkrete Führung einer Gruppe im Einsatz im Mittelpunkt.
Dabei ging es darum, das erworbene Wissen auf realitätsnahe Situationen zu übertragen: Wie wird ein Auftrag beurteilt? Welche Maßnahmen sind erforderlich? Wie werden Aufgaben verteilt und kontrolliert? Und wie gelingt es, auch unter Zeitdruck den Überblick zu behalten?
Die Verbindung von theoretischen Grundlagen und praktischer Anwendung bildete damit eine wichtige Grundlage für die spätere Führungsverantwortung.
Erfolgreicher Abschluss in drei Prüfungsbereichen
Am letzten Lehrgangstag stellten die sieben Teilnehmenden ihre erworbenen Kompetenzen in drei Prüfungsbereichen unter Beweis. Die theoretische Prüfung diente dem Nachweis des Fachwissens. In der praktischen Prüfung mussten sie ihre Handlungskompetenz bei der Führung einer Gruppe im Einsatz zeigen. Die mündliche Prüfung überprüfte darüber hinaus ihre taktisch-analytischen Fähigkeiten bei der Beurteilung und Umsetzung von Einsatzaufträgen.
Alle sieben Teilnehmenden bestanden sämtliche Prüfungen erfolgreich. Damit fand der Lehrgang einen erfreulichen Abschluss und die angehenden Gruppenführer konnten ihre Qualifizierung erfolgreich beenden.
Ehrenamtliches Engagement als Grundlage erfolgreicher Ausbildung
Die Qualifizierung ehrenamtlicher Führungskräfte ist ein wichtiger Bestandteil der Vorbereitung auf Einsätze im Zivil- und Katastrophenschutz. Sie schafft die fachlichen und methodischen Voraussetzungen dafür, dass Einsatzkräfte auch in anspruchsvollen Situationen koordiniert, sicher und wirksam zusammenarbeiten können.
Der DRK-Landesverband Oldenburg dankt den sieben Teilnehmenden ausdrücklich für ihre Bereitschaft, einen erheblichen Teil ihrer Freizeit in diese anspruchsvolle Qualifizierung zu investieren und sich auf eine verantwortungsvolle Führungsaufgabe vorzubereiten. Ihr Engagement steht beispielhaft für die Bereitschaft, Verantwortung für andere Menschen zu übernehmen und sich für die Sicherheit der Bevölkerung einzusetzen.
Ein besonderer Dank gilt dem Lehrkräfte-Team des DRK-Landesverbandes Oldenburg, das seine fachliche Expertise und Erfahrung in die Ausbildung eingebracht und die Teilnehmenden auf ihrem Weg zur Führungskraft begleitet hat.
Ebenso gilt der Dank dem Prüfungs- und Unterstützungsteam, das die Abschlussprüfungen fachlich begleitet und organisatorisch unterstützt hat. Von der Besetzung unterschiedlicher Funktionen, unter anderem als Melder, bis zur Sicherstellung der Verpflegung trugen viele Helferinnen und Helfer zum reibungslosen Ablauf des Prüfungstages bei.
Ein besonderer Dank geht an den DRK-Kreisverband Oldenburg-Land e. V., der die Ausbildung erneut mit Personal und Material logistisch unterstützt und damit wesentlich zur Durchführung des Lehrgangs beigetragen hat.
Der DRK-Landesverband Oldenburg gratuliert allen sieben Absolventinnen und Absolventen herzlich zum erfolgreichen Abschluss und wünscht ihnen für ihre zukünftigen Aufgaben als Gruppenführerinnen und Gruppenführer viel Erfolg, sichere Entscheidungen und stets gesunde Rückkehr von ihren Einsätzen.
Denn gute Führung bedeutet nicht nur, einen Auftrag erfolgreich zu erfüllen, sondern auch, Verantwortung für die Menschen zu übernehmen, die ihn gemeinsam umsetzen.
